Führerscheinentzug. Mit was muss ich rechnen?

Führerscheinentzug. Mit was muss ich rechnen?

Es hat geknallt, gekracht oder du erwartest bald ein schönes Erinnerungsfoto von deiner Fahrt bei Tempo 160? Wenn du ernsthaft um deinen Führerschein bangst, erfährst du hier, ob du dich bald wieder aufs Fahrrad schwingst oder weiterhin Auto fahren kannst.

Bitte lächeln!
Verkehrsschild übersehen oder einfach eine Schwäche für Speed? Und schwupps hat es geblitzt und du fragst dich nun, was dich der Spaß wohl kosten wird? Und vor allem: Ist auch der Führerschein gefährdet? Die Richtlinien besagen, wer innerorts bis zu 30 km/h zu schnell fährt, erhält Punkte in Flensburg und eine Geldbuße. Überschreitest du diese Grenze, ist der Führerschein in Gefahr. Ähnliches gilt außerorts: Dort muss man ab einer Überschreitung von mindestens 40 km/h mit Führerscheinentzug rechnen.

Mehr als nur ein Feierabendbier
Der letzte Schluck Alkohol kann teuer werden. Und gefährlich noch dazu. Gerätst du nach ein paar Drinks in eine Fahrkontrolle und wirst mit 0,5 Promille oder mehr erwischt, kommt nicht nur ein Bußgeld von 500 € auf dich zu, sondern auch ein Monat Fahrverbot. Ab 1,1 Promille gilt man als fahruntüchtig und da hört der Spaß dann auch auf: Hohe Geldstrafen, der Führerschein wird für mindestens sechs Monate eingezogen und Wiederholungstätern droht sogar eine Freiheitsstrafe.

Lieber gleich lassen und ab auf den Drahtesel?
Schön wärs! Denn auch als Fahrradfahrer giltst du als Verkehrsteilnehmer und musst bei zu viel Alkohol im Blut mit Führerscheinentzug rechnen: Ab 1,6 Promille machst du dich strafbar, musst an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) teilnehmen und obendrauf noch eine Geldstrafe zahlen.

Bei anderen Drogen
Der Konsum von Cannabis hat im Laufe der letzten Jahre mehr Toleranz zugesprochen bekommen. Das heißt aber noch lange nicht, dass Kiffen und Cruisen bei der Polizei einfach durchgewinkt wird. Es kommt viel mehr darauf an, in was für einem Zustand du dich befindest: Mit einem Fahrverbot musst du sowieso rechnen. Schlimmer wird es, wenn dich die Polizeikontrolle als fahruntüchtig (du fährst Schlangenlinien, gefährdest andere Verkehrsteilnehmer) einschätzt. Ist dein THC-Wert im Blut höher als ein Nanogramm, erwartet dich das komplette Straf-Programm: 1-3 Monate Fahrverbot und eine Geldbuße von bis zu 1500 €. Werden neben dem Wirkstoff THC auch noch andere Substanzen (z.B. Alkohol) in deinem Blut nachgewiesen oder Fahrfehler dokumentiert, droht dir ein Strafverfahren, für das du einen guten Anwalt brauchst. Denn ansonsten erwartet dich nicht nur der Führerscheinentzug, sondern auch eine satte Geldstraft, mehrmonatige Führerscheinsperre und ein Überprüfungsverfahren wird gegen dich eingeleitet (Drogenscreening/ MPU).

Auch bei Kokain am Steuer entscheidet die Schwere des Drogenmissbrauchs mit was für Konsequenzen zu rechnen ist. Der Grenzwert liegt bei 75 ng BZW/ml. Liegen die Werte darunter und hast dazu noch einen guten Anwalt an der Seite, kann man einer Verurteilung eventuell entkommen. Überschreitet dein Wert den Grenzwert und es liegt keine Fahruntüchtigkeit vor, musst du “nur“ mit einer Geldstrafe zwischen 500 bis 1500 € und einem ein- bis dreimonatigen Fahrverbot rechnen.

Wenn es aber gekracht hat und du somit in einen Unfall verwickelt warst, sieht die Sachlage schon anders aus: Bei einer Überschreitung des Grenzwertes (75 ng BZW/ml) musst du dich auf eine Geldstrafe von 30 bis 60 Tagessätzen einstellen sowie auf eine Führerscheinsperre von 12 bis 15 Monaten. Aber das ist noch nicht alles: Kommt es zu einer Anklage wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, ist ein guter Anwalt dringend zu empfehlen. In schlimmen Fällen sind Freiheitsstrafen von 12 bis 15 Monaten denkbar.
Zusätzlich musst du bei einer Fahruntüchtigkeit mit einer medizinisch-psychologischen Untersuchung rechnen. Erst nachdem du nachgewiesen hast mindestens 12 Monate keine Drogen mehr konsumiert zu haben, darfst du dich anschließend für eine erneute Führerscheinprüfung anmelden.

Dunkelgrün
Hast du die Ampel noch so gerade auf den letzten Drücker geschafft, obwohl es zugegebenermaßen schon Rot leuchtete, musst du mit einer Bußgeldstrafe und Punkten in Flensburg rechnen. Teurer wird es auf jeden Fall, wenn du dabei auch noch den Verkehr gefährdet hast oder sogar eine Sachbeschädigung verantworten musst. Ein Fahrverbot wird meistens erst dann erlassen, wenn die Ampel schon über 1 Sekunde auf Rot stand. Dann hilft auch kein Jammern mehr und du musst mit Führerscheineinzug rechnen.

Fahrerflucht
Es knallt, man erschrickt und tritt aus Panik nicht auf die Bremse, sondern aufs Gaspedal. Was allgemein unter Fahrerflucht bekannt ist, wird vom Gesetzgeber als "unerlaubtes Entfernen am Unfallort" beschrieben und hoch geahndet: Im milden Fall musst du mit einer saftigen Geldstrafe und dem Verlust deiner Fahrerlaubnis rechnen. Bei Anklage und ohne einen guten Anwalt können für den Fahrer sogar bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe fällig werden. Jedoch gibt es keine allgemeinen Tabellen oder Verordnungen in Sachen Fahrerflucht. Die Gerichte reagieren, abhängig von der Härte und Bundesland, sehr unterschiedlich. Dabei spielen verschiedene Faktoren wie zum Beispiel Schwere der Schuld, Sachschaden, Verletzungen der Unfallbeteiligten sowie die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters eine große Rolle. Ein erfahrener Anwalt kann dir zu diesen Punkten Auskunft geben.

Im Urlaub
Auch hinter der deutschen Grenze muss man bei groben Verkehrsverstößen mit Führerscheinentzug rechnen. Auch, wenn sich die Verkehrsregeln größtenteils ähneln, gilt es sich vor dem Road Trip genauestens zu informieren, was erlaubt und verboten ist. Zum Beispiel darf in Österreich und Spanien ein in Deutschland ausgestellter Führerschein nicht komplett entzogen, sondern nur vorübergehend einbehalten werden. Erst in Deutschland kommt man dann wieder an seine Fahrerlaubnis ran.

Volle Punktzahl
Bei "Full House" in Flensburg, d.h. bei mindestens 8 Punkten (Neuheit! Ab 5. Mai 2014 bist du mit 8 Punkten schon am Limit. Davor konntest du dir sogar 15 Punkte erlauben. Mehr zum neuen Punktesystem findest du hier) in der Verkehrssünderdatei, heißt es Führerschein adé. Der Führerschein wird für eine bestimmte Zeit (abhängig von den Ursachen, zwischen 1-6 Monaten) eingezogen und es steht mindestens ein kostenpflichtiges Aufbauseminar bzw. die Nachschulung an. Welche verschärften Regeln in der Probezeit gelten, erfährst du hier

Verjährungsfristen
Was viele nicht wissen: Auch bei negativen Einträgen im Verkehrsverzeichnis gibt es eine Verjährungsfrist. Allerdings muss man dafür ein geduldiges Gemüt haben, denn die gesetzliche Wartezeit beträgt ab Mai 2014 10 Jahre. Und das auch nur, wenn man den Führerschein neu beantragt und auch erhalten hat und zwischendrin nicht als Wiederholungstäter aufgefallen ist. Denn dann fängt der ganze Spaß wieder von vorne an.

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