Alles rund um die Führerscheinprüfung

Alles rund um die Führerscheinprüfung

Endlich ist es geschafft: Du bist alt genug, dein Erspartes reicht oder Mama und Papa unterstützen dich bei deinem großen Traum den Führerschein zu machen.

Wenn du bereits eine geeignete Fahrschule in deinem Umkreis gefunden hast, geht es jetzt um Geduld, Theorie pauken und natürlich auch um den Fahrspaß. Damit du beim Fahren alle Regeln, Zeichen und Schilder kennst, gehört zu der praktischen Fahrprüfung auch noch die Theorie. Dies gilt für alle Führerscheine: ob für den Pkw Führerschein Klasse B, das flinke kleine Mofa oder für den Motorrad Führerschein. Ohne bestandene Theorieprüfung gibt es keine Fahrprüfung auf den Straßen.

Theorie für Pkw Klasse B
Bevor die Zulassung zur theoretischen Prüfung klappt, ist zum einen die Teilnahme am Theorieunterricht in deiner Fahrschule erforderlich (12 Doppelstunden Grundunterricht sowie 2 Stunden spezifischer Unterricht), zum anderen gewisse Nachweise, die du eigenständig vorlegen musst:

  • Für den Sehtest (Kosten rund 7 Euro) gehst du einfach zu deinem nächsten Optiker oder Augenarzt. Tut nicht weh und dauert ohne Wartezeit nicht lang. Fällst du bei diesem Sehtest durch, wird eine ordentliche Sehhilfe, in Form von Kontaktlinsen oder einer Brille, zur Voraussetzung fürs Fahren im Auto.
  • Für den Erste-Hilfe-Kurs (seit neuestem auch LSMU-Kurs, Lebensrettende Sofortmaßnahmen genannt) erlernt man das richtige Vorgehen am Unfallort. Den Kurs kannst du an vielen Stellen, wie zum Beispiel in Sanitätsschulen, absolvieren und das kostet dich rund 30 €.
  • Ab zum Amt: Leider hat auch das Einwohnermeldeamt ein Wörtchen mitzureden, wenn es um deinen Führerschein geht. Aber keine Sorge: Mit deinem Antrag auf Erwerb eines Führerscheins wird nur dein Mindestalter überprüft. Kostenpunkt: rund 5 €
  • Führerscheinantrag: Für die Bearbeitung und Prüfung deines Führerscheinantrags fallen bei der zuständigen Behörde Kosten von rund 38 € an.
  • Theorieprüfung: Für die Durchführung deiner theoretischen Prüfung fällt beim TÜV für den deutschsprachigen Bogen eine Gebühr von rund 11 € an (bei fremdsprachigem Bogen sind es rund 35 €).


Praxis für Pkw Klasse B

Du hast die theoretische Prüfung bestanden? Dann nichts wie ab hinters Lenkrad und mit dem Fahrlehrer Abbiegen, Einparken und Autobahn üben. Neben der Grundausbildung fallen für den praktischen Teil 12 Fahrstunden an: fünf Überlandfahren, vier Mal Autobahn und drei bei Dunkelheit. Durchschnittlich brauchen Fahrschüler mindestens 30 Fahrstunden (also rund 15 Doppelstunden), jedoch variieren die Preise pro Stunden von Fahrschule zu Fahrschule. Somit informiere dich bei Freunden oder auf finde-deine-fahrschule.de, welche Fahrschule dir in der Nähe ein gutes Angebot machen kann.

Kosten für die praktische Prüfung betragen rund 85 €. Wenn es gleich beim ersten Mal geklappt hat, wird dir dein Führerschein in der Regel gleich ausgehändigt und du bist damit berechtigt am Straßenverkehr teilzunehmen. Glückwunsch!

Theorie und Praxis für Motorrad & Mofa
(Betrifft die Klassen A, A1/ 125ccm, M und Mofa)
Für die kleine Spritztour auf dem Mofa musst du ein Mindestalter von 15 Jahren erreicht haben und neben 6 Doppelstunden theoretischem Wissen noch rund 90 Minuten Fahrtraining absolvieren. Mit 25 km/h darfst du nach bestandener Prüfung endlich durch die City düsen.

Für den richtigen Motorrad Führerschein müssen alle Fahranfänger 4 Doppelstunden (je 90 Minuten) absolvieren und 12 Pflichtstunden in der Praxis: je nachdem wie gut du dich auf dem Motorrad machst, kommen anschließend noch weitere Übungsstunden auf dich zu.

Führerschein im Schnellverfahren
Sehr beliebt ist auch der Führerschein in zwei Wochen, auch Crash-Kurs genannt. Hierbei handelt es sich um einen Intensivkurs, der von sogenannten Ferienfahrschulen angeboten wird. Besonders reizvoll ist natürlich die Zeitersparnis und, dass man ohne Ablenkung lernen kann. Jedoch solltest du dir darüber im Klaren sein, dass ein Crash-Kurs intensives Lernen inklusive Ganztagesunterricht bedeutet und dieser meistens in ländlichen Gegenden angeboten wird. Dadurch können zusätzliche Kosten für Unterbringung und Verpflegung auf dich zukommen.

Das ist alles genau dein Ding? Dann vergiss nicht rechtzeitig (mindestens 6 Wochen vorher) bei deinem zuständigen Einwohnermeldeamt den Führerscheinantrag zu stellen und eine geeignete Ferienfahrschule zu finden. Eine große Auswahl findest du hier.

Ablauf der Prüfung: wie, wann, wo?
Der große Tag ist gekommen und du triffst am verabredeten Ort deinen Fahrlehrer sowie den Prüfer. Nach einer kleinen Begrüßung geht es auch schon los. Neben grundlegenden Dingen wird dich der Prüfer auffordern das Auto auf seine Sicherheit zu prüfen. Dazu gehören das richtige Einstellen des Lenkrads, der Sitze und Spiegel sowie manchmal auch die Überprüfung des Lichts, der Bremse und der Reifen. Sicherheitsgurt angelegt? Dann kann es losgehen.

Von der Dauer her kannst du mit rund 45 Minuten rechnen. In der Zeit geht es durch den laufenden Straßenverkehr und auf die Autobahn. Nach Absprache darf eine weitere Begleitperson, meistens ein weiterer Fahrprüfling, mit im Auto sitzen. Dies muss jedoch für alle Beteiligten in Ordnung gehen.

Durchgefallen? Das kann jedem mal passieren.
Lass dich davon nicht runterziehen und versuche es einfach im zweiten Anlauf. Aufpassen musst du nur in folgenden Fällen:

In der Theorie: Beim ersten Mal zu viele Fehlerpunkte? Die Aufregung war zu groß? Dann nix wie zurück an den Schreibtisch und üben, üben, üben. Die theoretischen Verkehrsregeln sind fast wie Vokabeln lernen. Je intensiver du dich damit auseinander setzt, desto eher packst du auch die komplizierten Fragen in der nächsten Prüfung. Wenn das alles nichts hilft, kannst du dich natürlich auch an deinen Fahrlehrer, deinen besten Kumpel oder deine Eltern wenden. Alle, die den Führerschein schon haben, mussten da mal durch und vielleicht kennen manche noch eine hilfreiche Eselsbrücke für die eine oder andere schwierige Frage.

Achtung: Laut Gesetz darf jeder Fahrschüler drei Mal durch die Theorie rasseln. Aber: Nach dem ersten Misserfolg solltest du deinen zweiten Versuch binnen eines Jahres nach Antragsbestätigung durch die Führerscheinbehörde machen. Wer es auch beim dritten Mal nicht schafft, muss leider eine kleine Sperrfrist von drei Monaten in Kauf nehmen und darf es dann erst wieder versuchen.

Kosten: Bei jedem neuen Prüfungsversuch werden dir die Kosten für die Prüfungsbögen in Rechnung gestellt (siehe oben Theorie für Pkw Klasse B)

In der Praxis: Beim Durchfallen in der praktischen Führerscheinprüfung läuft es ähnlich wie in der Theorie: Drei Mal hat man die Chance dem Fahrlehrer und Prüfer seine Fahrkunst unter Beweis zu stellen. Fällt man beim ersten Mal durch, darf man erst nach zwei Wochen wieder einen Antrag auf die praktische Prüfung stellen. Nach dem dritten Mal muss man leider ganze drei Monate auf seinen nächsten Prüftermin warten und sollte sich in der Zwischenzeit intensiv damit auseinandersetzen, was bei den vorigen Malen schief gelaufen ist. Waren es Flüchtigkeitsfehler? Immer die gleichen Situationen? Oder doch die gefürchtete Prüfungsangst?

Achtung: die praktische Führerscheinprüfung muss innerhalb eines Jahres nach dem Bestehen der theoretischen Prüfung erfolgen. Schaffst du es in dem angegebenen Zeitraum nicht, verliert die theoretische, bestandene Prüfung ihre Gültigkeit und der ganze Spaß beginnt nochmal von vorne: Die Theorie muss noch einmal gemacht werden und auch die praktischen Fahrstunden stehen wieder an. Hier musst du dich dann mit deinem Fahrlehrer zusammensetzen, wie ihr das kostentechnisch regelt. Denn eigentlich hat die Fahrschule Anspruch auf ein weiteres Mal Grundgebühr, da eindeutig mehr Zeit und Fahrstunden in den Prüfling investiert werden müssen.

Kosten: Bei jedem neuen Prüfungsversuch musst du die Kosten für die praktische Prüfung mit einkalkulieren (siehe oben Kosten für praktische Prüfung)

Unser Tipp: Ruhig Blut! Die Zeit, in der du den Führerschein machst, ist immer mit viel Aufregung, Spaß, aber auch Stress und Druck verbunden. Zumindest geht es den meisten Fahranfängern so. Wenn du ein Kandidat bist, der auch in der Schule unter Prüfungsangst leidet, dann solltest du dir vor deiner theoretischen und praktischen Führerscheinprüfung überlegen, wie du dem entgegenwirken kannst. Was hilft dir zu mehr Konzentration, Ruhe und Gelassenheit? Dich mit deinen Eltern austauschen? Eine ausgiebige Runde beim Sport? Ein Besuch in der Sauna? Es gibt viele kleine Hilfsmittel, um sich selbst und von außen nicht zu sehr unter Druck setzen zu lassen.

Plus: Manchmal ist Reden Silber und Schweigen Gold. Du brauchst nicht deinem gesamten Freundes- und Bekanntenkreis davon erzählen, wann du deinen ersten Prüfungstermin für den Führerschein hast. Klar, man möchte alles mit den Engsten teilen und ist selber so aufgeregt, dass man es kaum für sich behalten kann. Aber mit jeder weiteren Person, die dir Glück wünscht und dich danach fragt, wie es gelaufen ist, steigt auch der Stresspegel. Überlege dir somit gut, wem du was anvertraust und wie viele du vorher mit einweihst.

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